Was haben Seidenraupen mit Häusern in Tenos zu tun?

Was haben Seidenraupen mit Häusern in Tenos zu tun?

L'Hyperthyron assurait la ventilation transversale précise et continue ainsi que la lumière filtrée nécessaires pour maintenir les vers à soie, très fragiles, en vie à une température stable.

Die Seidenraupenzucht, auch als Serikultur bekannt, war auf Tinos weit verbreitet. Die Seidenraupen wurden in Bambuskörben gezüchtet, die an der Decke des Hauses aufgehängt waren. Dies ist ein Grund dafür, dass die Häuser, insbesondere das Obergeschoss, in dem die Menschen wohnten, hohe Decken hatten. Um gut zu gedeihen, benötigen Seidenraupen Luft und gedämpftes Licht. Das Oberlicht erfüllte genau diese Anforderungen.

Historisch gesehen waren Inseln wie Tinos und Andros unter venezianischer und osmanischer Herrschaft bedeutende Zentren für die Seidenverarbeitung und das Weben. Dörfer wie Falatados auf Tinos waren eng mit dem industriellen Handwerk, der Gerberei und der Seidenproduktion verbunden.

Im Gegensatz zu Regionen in Nordgriechenland (wie beispielsweise Soufli), in denen große, eigens für diesen Zweck errichtete bürgerliche „Seidenhäuser“ zu finden waren, war die Seidenproduktion auf den Kykladen weitgehend direkt in die traditionelle Wohnarchitektur integriert.

Die Architektur: Ein traditionelles Haus auf Tinian ist typischerweise in zwei Ebenen unterteilt. Das Katoi (das Erdgeschoss mit Steinmauern) beherbergte historisch gesehen landwirtschaftliche Vorratsräume, Vieh und die Weinpresse. Das Obergeschoss (Anoi) diente als Wohnbereich der Familie.

Der saisonale Wandel: Im Frühling, wenn die Seidenraupen (vomvyx) schlüpften und ständig mit Maulbeerblättern gefüttert werden mussten, änderten die Familien ihre Wohnsituation. Die Räume im Obergeschoss – die besser belüftet und vom feuchten Boden ferngehalten waren – wurden vorübergehend in Aufzuchträume umgewandelt.

Die Elemente: Die ikonischen tinianischen Hyperthyron (oder Fotothyrides – die aufwendig geschnitzten Marmor-Oberlichter über Türen und Fenstern) erfüllten hier einen doppelten Zweck. Sie zeigten nicht nur den Status der Familie an, sondern sorgten auch für die exakte, kontinuierliche Querlüftung und das gefilterte Licht, die erforderlich waren, um die empfindlichen Seidenraupen bei einer stabilen Temperatur am Leben zu erhalten.

Laut Pater Markos Foskolos* war die Seidenraupenzucht für die Haushaltswirtschaft so wichtig, dass es Urkunden gibt, die die Schenkung eines Maulbeerbaums oder eines Anteils am Laub des Baumes dokumentieren, das den Seidenraupen als Nahrung diente. Die Seidenproduktion war „eine wirtschaftliche Lebensader für die Menschen und eine Quelle des Reichtums für die Bewohner der Region“.

Für die Bewohner von Oxomeria war der Verkauf von Seidenfäden und „kleinen handwerklichen Erzeugnissen wie Socken, Schals, Handschuhen und Kopfbedeckungen“ die einzige Möglichkeit, an Bargeld zu kommen.

Sie können das Bergdorf Falatados besuchen. Auch wenn die alte Seidenproduktion in den Privathaushalten verschwunden ist, zeugt das Dorf noch immer von seiner industriellen Vergangenheit, unter anderem durch verlassene Handwerksbetriebe und historische Architektur.

* Pfarrer der St.-Nikolaus-Kirche in Chora auf Tinos, ein unermüdlicher Forscher der Geschichte seiner Heimatregion (1948 im Dorf Steni geboren, 1972 zum Priester geweiht). Er war Bibliothekar und Archivar der katholischen Erzdiözese Naxos-Tinos. Sein Name erscheint in Dutzenden von Studien, Abhandlungen, ausführlichen Artikeln und herausgegebenen Publikationen.